BLUETTI Apex 200: Neue Powerstation mit 2,56 kWh und bis zu 3.000 Watt Solareingang

Bluetti Apex 200

BLUETTI erweitert seine Apex-Baureihe um die Apex 200. Die neue Powerstation kombiniert einen LFP-Akku mit 2.560 Wh, 3.200 Watt Dauerleistung und einem ungewöhnlich weit ausbaubaren Speicherkonzept. Der Hersteller richtet sich damit an Nutzer, die eine leistungsfähige mobile Stromversorgung für Camping, Wohnmobil und Notstrom suchen, später aber auch größere Kapazitäten nachrüsten möchten.

2,56 kWh Speicher und 3.200 Watt Dauerleistung

Im Grundgerät stecken 2.560 Wh Lithium-Eisenphosphat-Speicher. BLUETTI nennt 3.200 Watt kontinuierliche AC-Ausgangsleistung. Unter bestimmten Bedingungen – etwa mit angeschlossenen Erweiterungsbatterien oder aktiver Solar- beziehungsweise Netzversorgung – sind laut Hersteller bis zu 3.600 Watt möglich. Das ist keine pauschale Dauerleistungsangabe für jedes Einsatzszenario.

Die Kapazität reicht rechnerisch aus, um einen konstanten 100-Watt-Verbraucher gut 25 Stunden zu betreiben. In der Praxis fällt die Laufzeit wegen Wechselrichterverlusten, Eigenverbrauch und nutzbarer Restkapazität geringer aus. Bei einem 2.000-Watt-Verbraucher ist der Speicher hingegen schon nach deutlich kürzerer Zeit erschöpft. Gerade bei Powerstations sollte man deshalb Speicherkapazität in Wattstunden und Ausgangsleistung in Watt getrennt betrachten.

Erweiterbar auf 33,28 kWh – und theoretisch rund 100 kWh

Die Apex 200 ist mit Erweiterungsakkus aus den Reihen B300K und B500K kompatibel. Ein einzelnes System lässt sich laut BLUETTI auf bis zu 33,28 kWh ausbauen. Werden drei vollständig erweiterte Apex-200-Systeme über den HUB A1 parallel geschaltet, nennt der Hersteller insgesamt ungefähr 100 kWh Speicherkapazität und bis zu 6.000 Watt Ausgangsleistung.

Das zeigt, wie stark BLUETTI den modularen Gedanken verfolgt. Eine solche Maximalkonfiguration hat mit einer leicht transportierbaren Powerstation allerdings nur noch wenig gemeinsam: Sie benötigt zusätzliche Batterien, Verbindungstechnik, Platz und ein entsprechendes Budget. Die Angabe ist daher vor allem als technische Ausbaugrenze interessant.

Bis zu 3.000 Watt Solarleistung für längere Autarkie

Für das Laden mit Photovoltaik nennt BLUETTI einen maximalen Solareingang von 3.000 Watt. Bei passenden Modulen und guten Einstrahlungsbedingungen kann das den Akku erheblich schneller nachladen als ein kleines tragbares Solarpanel. Die tatsächliche Ladeleistung hängt von Modulspannung, Verschaltung, Temperatur, Wetter und den elektrischen Eingangsgrenzen ab.

Für Camper und Nutzer kleiner Inselanlagen eröffnet das mehrere Möglichkeiten: Eine kompakte Modulausstattung genügt für Licht, Laptop und Kühlbox. Wer länger unabhängig vom Netz bleiben möchte, kann die PV-Leistung und die Speicherkapazität schrittweise erweitern. Eine direkte Verbindung zum öffentlichen Hausnetz oder die Einspeisung über eine gewöhnliche Steckdose ist daraus nicht abzuleiten.

Zehn Ausgänge und vier einzeln steuerbare Steckdosen

Die Apex 200 bietet zehn Anschlüsse. Besonders auffällig sind vier separat schaltbare AC-Steckdosen. Über die BLUETTI-App sollen sich die Ausgänge einzeln ein- und ausschalten, zeitlich planen und abhängig vom Ladezustand steuern lassen.

So kann beispielsweise die Kühlung weiterlaufen, während weniger wichtige Verbraucher bei niedrigem Akkustand abgeschaltet werden. Gerade bei begrenzter Solarernte ist eine solche Priorisierung sinnvoller, als sämtliche Geräte dauerhaft mit Strom zu versorgen.

Zur US-Ausführung gehören außerdem eine TT-30R-Steckdose für Wohnmobile und ein 12-Volt-Anderson-Anschluss mit bis zu 30 Ampere. Der Gleichstromanschluss kann passende Verbraucher direkt versorgen und spart gegebenenfalls die Umwandlung von Batteriestrom in Wechselstrom. Die konkreten Steckdosentypen sind allerdings auf den nordamerikanischen Markt zugeschnitten.

27 Kilogramm Gewicht: Tragbar, aber nicht leicht

BLUETTI nennt ein Gewicht von rund 27 Kilogramm und ein Gehäusevolumen von 36,5 Litern. Damit ist die Apex 200 für gelegentliche Transporte geeignet, aber kein Gerät, das man auf längeren Fußwegen bequem mitnimmt. In einem Wohnmobil, einer Werkstatt oder als transportable Notstromreserve dürfte sie besser aufgehoben sein als auf einer Wandertour.

Für unterwegs verweist BLUETTI außerdem auf die Kombination mit mobilen Solarmodulen wie dem SORA 500 sowie dem Charger 2, der Energie von der Lichtmaschine und aus Solarmodulen nutzen kann. Welche Kombination im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen Fahrzeug- und Ladeinstallation ab.

Marktstart und Preise

Die Frühregistrierung für die Apex 200 läuft nach Herstellerangaben bis zum 4. November 2026. Die offizielle US-Markteinführung ist für den 5. November vorgesehen. Erst dann soll auch der endgültige Verkaufspreis bekanntgegeben werden. Angaben zu einer deutschen Version, Euro-Preisen oder einem europäischen Verkaufsstart liegen in der Ankündigung nicht vor.

Einschätzung: Ein ungewöhnlich skalierbares System

Mit 2,56 kWh Speicher ist die Apex 200 zunächst eine große Powerstation für mobile Anwendungen und ausgewählte Notstromverbraucher. Interessant wird sie durch die vier separat steuerbaren Steckdosen, den kräftigen Solareingang und die große Erweiterbarkeit.

Für deutsche Interessenten bleibt vor allem die Frage offen, ob BLUETTI eine 230-Volt-Version mit passenden Steckdosen und entsprechenden Zulassungen anbietet. Bis dahin sind die technischen Angaben als Daten der angekündigten US-Ausführung zu verstehen.

Quelle: BLUETTI